HWC Tag 2 – Gefangen und Verloren?

Kaum schaut die Sonne über die Tannenspitzen hört man schon die Kinder flitzen…
über die Wiese, um die Zelte, hierhin und dahin. Die Neugier holt uns alle noch vor Ende der Nachtruhe aus dem Bett!
Unser erster Ferientag startet mit einem „Happy Birthday“ für ein Geburtstagskind. Wie beeindruckend, wenn zum Geburtstag, am frühen Morgen, 140 ausgeschlafene Menschen ein Ständchen singen – so was gibt es eben nur im Handwerkercamp! 
Nach dem Frühstück tauchten wir wieder ein ins Theaterstück.
Maewyn Succat, wird während eines Überfalls der Barbaren gefangengenommen und mit seinen Freunden und anderen Bewohnern der Stadt nach Eire auf die grüne Insel entführt.  Nun wird er ein Sklave des Königs. In einem vollkommen fremden Land muss er unter menschenunwürdigen Bedingungen die Schafe seines Herrn hüten und ständig um sein Leben fürchten. Für uns eine schlimme Vorstellung ein solches Schicksal zu erleiden. Maewyn besinnt sich in der Einsamkeit der Schafweiden auf seine Wurzeln im Glauben. Hatte nicht sein Großvater einmal zu ihm gesagt: Gott wird dich immer hören, er wird immer zu dir stehen?! Im Gebet sucht Maewyn nun die Verbindung zu Gott.
In Gesprächsrunden können wir uns austauschen, ob wir auch schon einmal solch ausweglose Situationen erlebt haben.
Am Nachmittag greifen wir dann endlich zu Hammer, Feile, Schleifpapier, Säge, Schere, Nadel Faden und so weiter… das Handwerk beginnt.
Bei den „Stonies“ wird gefeilt und geschliffen, bis aus groben Steinklumpen fantasievolle Gebilde werden. Die „Ber-AU-schten“ schürfen im nahegelegenen Bächlein fieberhaft nach Gold, die „Filzstifte“ nähen mit Fingerspitzengefühl die niedlichsten Filzanhänger, die „Knotenchaoten“ knüpfen Freundschaftsarmbänder, vielleicht für einen neu gefundenen Freund und über den ganzen Platz hört man die „Hammerbande“ eifrig hämmern bei ihrem Schmiedehandwerk.
Die Kleinsten im Familienhaus fangen den Sommer ein, indem sie die schönsten Wiesensträuße für kalte, graue Tage kunstvoll haltbar machen.
Am Abend haben alle Zeltgruppen noch einmal Zeit, um sich genauer kennenzulernen. Spieleabend ist angesagt! Es wird gespielt, spaziert, entdeckt, erzählt, gesungen und auf jeden Fall ganz viel gelacht! Solange bis die Sonne wieder hinter den Tannenspitzen verschwindet und wir den Tag mit Taizégesängen ausklingen lassen. Gespannt was uns morgen erwartet.

Sabine Schubert

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