…Nein, wir sind noch immer im Harz, unser Tag startete mit Regentropfen statt mit Sonnenschein, aber keine Kühle in Sicht. Also fühlten wir uns wie im Dschungel und schwitzten heute schon ohne Frühsport.
Trotzdem schmeckte uns das leckere „Nudossi“ Brötchen. So gestärkt konnten wir auch gleich wieder nach Eire starten, als das Theaterstück mit Glockenton und vielen Liedern angekündigt wurde.
Im Druidenhaus war Maewyn nun in Sicherheit. Der König der Insel hörte auf die weisen Ratschläge seiner Druiden und erlaubte dem Sklaven Maewyn so den Aufenthalt im Druidenhaus. Dieser lernte nun sehr viel, von der Kultur, der Religion und den Menschen. Dennoch kreisten immer wieder Gedanken der Heimat in seinem Kopf herum und eines Tages waren die Umstände günstig, und er flüchtete mit einem Handelsschiff. Die Flucht gelang, wenn auch unter lebensbedrohlichen Gefahren, und Maewyn erreichte voller Dankbarkeit Britannien.
Dort fand er nur Verwüstung und Entfremdung. Seine Familie war nicht mehr am Leben und alles, was in seinem Leben einmal Bedeutung hatte, zählte nun nicht mehr. Er verspürte vielmehr Dankbarkeit Gott gegenüber, für die Bewahrung während der Gefangenschaft und während der Flucht. Sein Herzenswunsch war, den Menschen, die er auf Eire richtigkennengelernt hatte von seinem Gott zu erzählen.
So hielt ihn nichts mehr in seiner Heimatstadt. Er wollte zurück nach Eire! Aber nicht ohne vorher zu lernen. Er wollte den Glauben verstehen, die alten Schriften, die Geschichten und die Wunder, um von seinem Gott zu erzählen. Er wollte lernen, wie man Menschen Hoffnung gibt, ohne Macht über sie zu haben. Also macht er sich auf den Weg in ein Kloster, in die Abtei Lerins in Marmoutier in Gallien, um zu lernen, zu beten und zu wachsen.
Inzwischen ist die Hitze auf dem Platz tropisch und alle schwitzen recht gut… also geht es gemütlich ans Handwerk. Schattige Plätzchen sind überall zu finden und in aller Ruhe arbeiteten die „Schnitzohren“ an ihren Holzarbeiten und die „Verwirrten“ knüpften in einer luftigen Ecke ganz entspannt ein Fadengespann, auch Traumfänger genannt. Die „Schiffsäffchen“ hatten es heute am besten getroffen, sie bauten an einem gestrandeten Schiff im Wald. Auch alle anderen Handwerke suchten sich kühle Orte und lassen es heute ruhig angehen – so wie man es in den Ferien eben macht!
Auch am Abend suchten wir die Frische und fanden sie im Wald! Mit vielen verschiedenen Angeboten entdeckten wir den Wald. Einige spazierten entspannt durch den Wald, andere bauten ein Insektenhotel. Wieder andere balancierten über den geheimnisvollen Madogwalk (Slackline) im Wald oder versuchten die verschiedensten Knoten zu binden. Kleine Mooshütten entstanden oder es wurde sich einfach nur entspannt zwischen Wurzeln und Bäumen… der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt!
Dankbar an alles Erlebte denken und gemeinsam zur Ruhe kommen, das können wir gut bei der Andacht. So ging auch dieser Tag mit Taizé Gesang und besinnlichen Worten zu Ende.
Sabine Schubert








